Gruselgeschichtchen zur Spukstunde

Starre, blinde Augen, ein leeres, klägliches Gesicht, leichenblasse Haut, von Maden und Larven angeknabbert, ein Anflug von Fäulnis im Geruch. Im fahlen Mondlicht stelzen sie durch unsere Straßen, jammernd und fauchend, auf der Suche nach frischem Fleisch. Ihre Herzen sind kalt und hohl, kein Gefühl hat ihren Tod überlebt, sie empfinden keine Reue für das Töten...

Was wäre die mitternächtliche Gruselstunde bei flackerndem Kerzenschein und karrenden Holzdielen ohne die beliebten mark- und knochenerschütternden Zombiegeschichten? Geschichten von wandelnden Leichen, die nach menschlichem Blut dürsten und nicht eher zurück in ihr verrottetes Grab steigen, bis sie ein paar angsterfüllte Friedhofgänger zerstückelt und die zivilisierten Stadtbewohner in das Stadium der Fackeln und Äxte zurückversetzt haben. Das sind die Zombies, wie wir sie aus Hollywoods Kassenschlagern "Die Nacht der lebenden Toten" und "Dawn of Dead" kennen. Doch mit der ursprünglichen Vorstellung eines Zombies haben diese Darstellungen nicht mehr viel zu tun.

Bereits in der Frühgeschichte des Menschen finden sich Hinweise darauf, dass nicht nur der Glaube an Geister, Monster und ein Leben nach dem Tod, sondern auch die Furcht vor der Rückkehr der Toten und ihrer Rache an den Lebenden, weit verbreitet war. Dieser Zombieglaube ist vor allem auf Haiti verbreitet. So sollen Familienangehörige noch Tage nach der Beerdigung am Grab gewacht haben, um den furchterregenden Auferstehenden im Zweifelsfall zu erschlagen. Das so etwas wirklich einmal passiert sein soll ist nicht bekannt.

Eine mögliche Erklärung für die Auferstehung der Toten ist der Scheintod. Dabei wird der Körper durch ein starkes Gift für mehrere Stunden oder Tage lahmgelegt, sodass man glaubte, der Mensch sei tot und ihn schläunigst begrub. Heute ist es eine Möglichkeit, der Justiz zu entkommen. Durch die Einnahme von Kugelfischgift wird der Scheintod ausgelöst. Nach dem Begräbnis lässt sich der "Tote" von einem Eingeweiten wieder ausbuddeln.

Ein weiterer Zombieglaube stammt aus Afrika und ist stark im Voodoo und anderen Yoruba-Religionen vertreten. Voodoopriester oder Schwarzmagier versetzten einen Menschen mithilfe bizarrer Flüche und Gifttränke in einen leblosen Zustand. Tage danach "weckten" sie ihre Opfer wieder auf, die ihre Seele und ihren freien Willen verloren hatten, damit sie nun als Sklaven und Arbeitskräfte ausgenutzt werden konnten.

In Zentralafrika sollen so Kriminelle und Mörder unschädlich gemacht worden sein, eine Art der Bestrafung also.

In Haiti ist der Glaube an die Wiederbelebung Verstorbener noch heute weit verbreitet, sodass die Leichen (zur Vorbeugung)mit einem Pfahl durchstochen, vergiftet oder zerstückelt werden. Anscheinend ist Haiti auch das einzige Land, in dem jemals echte Zombies umhergeiirt sind, denn die einzigen authentischen Zombiesichtungen wurden dort gemacht.

Der berühmteste Fall spielte sich 1918 ab, als die Zuckerrohrernte in diesem Jahr besonders erträglich zu werden versprach und billige Arbeitskräfte rar waren. Es heißt, ein Plantagenbesitzer namens Ti-Joseph du Colombiere habe eine merkwürdige Truppe von willenlosen Männern in zerklumpten Kleidern bei menschenunwürdigen Verhältnissen auf seinen Feldern schuften lassen, sie mit Gewalt zur Arbeit gezwungen und ihren Lohn für sich behalten. Die Bevölkerung von Haiti begann sich für die als Zombies verrufenen Sklaven zu interessieren und viele Schaulustige kamen zu den Plantagen, um diese seltsamen Arbeiter zu sehen. Als sie in diesen ihre seit Monaten verstorbenenen Verwandten wiedererkannten, die Colombier zu seinem Nutzen widerbelebt haben musste, war die Panik groß. Von der Furcht gepackt, köpften sie Colombier. Es gelang ihnen, den Zauber von ihren Verwandten zu nehmen, die darauf wieder in ihre Gräber stiegen.

Der 1994 veröffentlichte Song "Zombie" der irischen Band The Cranberries handelt vom Norirlandkonflikt und somit vom zombiehaften Verhalten der Soldaten und religiösen Freiheitskämpfer. Hier das Video:

Zombie!!!!!!!!

Zombies gehören heute mit Dracula, Werwolf und Co. zu einer weiten Spanne fikitiver Gruselfiguren in Horrorfilmen und Comics. Für weitere Informationen empfiehlt sich die Seite http://www.untote.net/.

Wenn ihr also einmal nachts auf einem Friedhof auf einen unserer faulen, starräugigen Kameraden trefft, könnt ihr sicher sein, dass es sich um kostümierte Vollidioten handelt, die euch Angst einjagen wollen. Ihr wisst ja jetzt Bescheid ;-)

-Hercule Poirot

P.S: Falls es aber wider aller biologischer, physiologischer und allgemeinlogischer Gesetze tatsächlich zu einer Zombie-Invasion kommen sollte, muss man sich zu schützen wissen. Hier könnt ihr checken, ob ihr Zombie-Survivors seid: Test (in Englisch). Viel Spaß!

Edit : Ich habe eine echt hypergeile Zombie-Comic Seite gefunden (in Englich), der Oberhammer, heißt: The Zombie Hunters

Echt sehenswert! ----> Flutsch!!!!!!!!! 

1.3.08 22:43

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lucie (14.3.08 16:26)
Sorrieeeeeeeee!
Dass ich erst jetzt komme! Genial der Bericht, hat mich richtig auf den Zombie-Geschmack gebracht

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